Bochum Konzert Juni 2007
Hilfe wer ist die Frau?
Grönemeyer trifft Hildegard
Dem Appell des Radiosenders 98.5 (der Sender für Bochum + Wattenscheid) konnte ich einfach nicht trotzen, an dem so genannten „Meet and Greet“ mit Grönemeyer teilhaben zu können. Was sich hier möglichenfalls nach „Fleisch mit Gräten“ anhört, ist keine Hörerverappellei, liebe Leser, sondern die repräsentativste Form der Radiowerbung. Wenn hier im Revier einer den Schmiss raus hat, dann ist es unsa Lokal-Sender. Also – schmeiß das Radio raus .. und die Fernsehkiste an (umgekehrt natürlich).
So, genug propagiert. Mit Meet ist ein kurzes Meeting mit Herbert Grönemeyer gemeint und mit Greet eine flüchtige Begrüßung.
Nun – und wie im richtigen Leben gibt es auch bei 98.5 für Umsonst nix. Mit den zwei Stehplatz-Freikarten für das Grönemeyer-Konzert, einschließlich Meet und Greet (im ReWir-PoWer-Stadion), welche mir Frau Donat für meine Arbeit freundlicherweise, ups, welche mir die Radio-Chefin freundlich darreichte, habe ich nicht etwa das große Los gezogen, sondern erarbeiten müssen. Genauer gesagt – das Vergnügen hatte ich bereits und hoffe auf ebenso viel Freude bei der Arbeit. Mein Versprechen an den temperamentvollen Sender, einen halben Tag im Milchhäuschen auszuhelfen, quasi im Gegenzug, werde ich auf jeden Fall einlösen.
Apropos einhalten. Ohne hier was ausplaudern zu wollen … Im Radiosender, räusper-hüstel, muss man viel, glaub ich. Ich meine jetzt nicht aushalten, oder so. Einhalten auch nicht. Na gut, ich versuch dann mal so diskret wie´s geht deutlicher zu werden. An dem Tag, als ich die Freikarten in Empfang nehmen durfte, natürlich nicht über meinen uralten Musikempfänger, sondern direkt vor Ort, wunderte ich mich doch schon sehr. A – über den satten Haufen direkt vor dem Aufzug des Radiosenders und B – über den Haufen von Klopapierrollen in der oberen Sendestation. Beeindruckt wie ich war, war mir klar: Ein Hörfunk mit starker Ausdruckskraft.
Jetzt aber endlich zur Power, die vom Stadion ausgehen sollte. Um 17.30 Uhr trafen meine Tochter und ich im Stadion ein. Eine halbe Stunde für den, ich möchte mal sagen, Irr-Weg zur „Morizz-Lounge“, sollte ausreichen, der uns unbeirrt von eine in die andere Sackgasse führte. Auf der verzweifelten Suche nach der noblen Einrichtung, die um 18.00 Uhr für die „Gewinner“ zugänglich sein sollte, waren dann endlich sympathisch wirkende Aufseher, wenn auch nur unbeholfen, behilflich. Dass kein Aufsehen davon gemacht wurde, vom „Morizz“ kein´ Plan zu haben, machten sie, die Jungs, eher unsympathisch.
Beinahe apathisch erreichten wir endlich die VIP-Lounge. Ohne VIP-Karte, nur mit einem Bändchen um´s Handgelenk (geklettet, wie man es vom Club-Urlaub kennt:-), hatten wir ausweislich freien Eintritt. Marketinger (stadtliche Männer) von Sparkasse und ..VFL.. begrüßten uns herzlich, wirklich, wiesen auf warme Speisen hin (Currywurst und Spießbraten, Gemüse etc.) und auf die anberaumte bzw. berühmte klitzekleine Wartezeit, von einer Ewigkeit. Tatsächlich dauerte es eine halbe Ewigkeit, bis die aufgeregten „Gewinner“ von der Gönemeyer-Agentur abgeholt und zum Meet & Greet, zum Herbert, hingebracht wurden.
Dort angelangt, stand Herbert mir direkt gegenüber. Vom „H“, dem Buchstaben-Anhänger meiner Halskette mehr oder weniger absichtlich herangelockt, erkundigte sich Herbert nach des Hängerchens Bedeutung. „Bloß nichts in den falschen Hals…..“, schoss mir die Schamröte ins Gesicht bzw. es mir durch den Kopf, indes ich Herbert über meine Initialen aufklärte, die da H.G. heißen und dass das „H“ für mich, Hildegard, und nicht für ihn, Herbert, hängt.
Ich verheimlichte ihm gegenüber nicht, wie sehr ich an ihm hänge und hing mich einfach an ihn. Das heißt, ich harkte mich lediglich unter, als das aufregende Foto von Herbie und mir entstand - harkte mich aber gleich wieder aus, als er um Hilfe rief … wer ist die Frau?!
Ganz anders war´s mit Jörg Steinkamp, 98.5 (Jahre doch nicht). t´schuldigung, Jörg, wollte Dich echt nicht beleidigen. Im „Milchhäuschen“ geb´ ich ´nen Milch-Mix aus, versprochen. Ich wollte sagen „Versprecher“, Du kannst mir gerne ein´ Milch-Shake ausgeben, spätestens wenn Du Dich von meiner ehrenamtlichen Tätigkeit im Hause „Milchhaus“ überzeugen willst. Also bis dann.
Irgendwann hatte der angebrochene Abend sein Ende gefunden, der schönste seit langem. Schlag auf Schlag sang Herbert seine Lieder .. und ich sang wie ein junger …. Quatsch …. mit all den anderen Fans mit.
„Mensch“ – Herbert, das war wirklich toll!
Hildegard Grygierek
13.06.2007

