Zur Feier des gestrigen Tages, „Tag des Geotops“, der den Steinbruch „Klosterbusch“ für geotopisch Interessierte zugänglich machte, machte auch ich mich geotopisch interessant. Gegenüber meiner family. Mann und Kinder nahm ich im Auto mit nach Thomasberg (Königswinter), wo sich tief im Wald (Siebengebirge) eine Sehenswürdigkeit sondergleichen versteckt.

Während mein Ehemann uns zum Mittagessen ausführen durfte, nebenbei bemerkt, wir speisten vorzüglich im Schlesier-Haus „Haus Schlesien“, welches nicht nur mit Kulinarischem, sondern auch mit einem ausgezeichneten Museum anspornt öfter mal hereinzuschauen, erfuhren die Kinder und mein Mann über meine weiteren Absichten. Meinen Plan, nach Inaugenscheinnahme der mitreißenden Aussichten auch die anziehenden Geschäfte in der Fußgängerzone von Königswinter genauer unter die Lupe zu nehmen, legte ich erst nach dem köstlichen Dessert, Mohnknödel mit Vanilleeis und Pflaumenkompott, auf den Tisch.

Hoch erfreut darüber, einen Steinbruch aufgetrieben zu haben, schoss ich natürlich kein Rotwild, kicher, nur ein paar grau-in-grau Fotos. Leider. Schon komisch, da wo bei meinem letzten Besuch die zurückwerfende Sonne sämtliche Lichtbilder total überbelichtete, vernebelte diesmal ein tiefliegender Grauschleier meine schönen Aufnahmen.

Nun denn – mit dem Wissen, dass das Siebengebirge der Kern eines tertiären Vulkansgebietes ist, waren die Eindrücke erstrangig bzw. –klassig. Vom Kraterrand aus erkannte ich einen grünen See, der einfach nur grün ist. Alles andere um den Krater auch, bis auf das Basaltgestein, das ist weiß. Wie man weiß, wird dieses für Bauzwecke verwendet. Der Zweckmäßigkeit halber halbierte (brach) man die Steine, könnte ich mir vorstellen, da Gesteinsarten, stofflich und mineralisch grundverschieden, durch die Vulkanschmelze „zusammengesetzt“ von der Natur zu Weiterbearbeitung weitergegeben wurden. Bruchsteine sind die Folge bzw. die Hinterlassenschaften, die sich heute als Steinbruch beschaulich und unglaublich romantisch präsentieren. Ich bitte darum, mich hier nicht steinigen zu wollen… Ich habe gerade erst angefangen, mich für Natursteine zu interessieren (eingefasst als Bruchstücke in Schmuckstücke).

Unser Wanderweg führte uns immer weiter zur Abtei Heisterbach, eine ehemalige Zisterzienserabtei. Die Zisterzienser waren nicht nur Mönche, sondern auch Freunde der Natur, genauso wie wir vier. Darauf bedacht Gutes zu tun, beteten und arbeiteten sie, den ganzen Tag. Vor allem aber beuteten sie die Schöpfung Gottes nicht aus, sie sahen es als ihre Berufung, diese zu kultivieren. Als Zeuge der damaligen Zeit steht (ja natürlich unter Denkmalschutz, ist doch arschklar) die Chorruine von Heisterbach zu bestaunen, als das , also alles was von der Abteikirche übrig geblieben ist. Ich kann nur sagen – ein echtes Schmuckstück, umringt von urschöner Natur.

Apropos Natur. Nach den herrlichen Landschaftseindrücken hatte ich echt kein Bock mehr auf die überlaufene Fußgängerzone von Königswinter. Aber auf Laufen. Das heißt, nach Besichtigung des Drachenfelsens sind wir allesamt nicht mit der Bummelbahn runtergefahr´n – wird sind gelaufen. Keine Sorge – ich werde mit keinem Wort über „Siegfried dem Drachentöter“ lästern und auch keine Fotos vom Felsen hier fluchend einstellen. Weil - meine Kamera gab den Geist auf, prompt in dem Moment, wo „Kriemhild“, so nannte der Mann seine bzw. die sich mir nähernde zyklopische Frau, welche mit ihrem gigantischen Rucksack mir erst ins Genick, anschließend den Fotoapparat aus der Hand schlug.

Das war das... Ende!

Hildegard Grygierek
19.09.2006