Hallo Kinder, hallo Mondkinder. Das seit Ihr doch, oder? Was Mondkinder sind wollt Ihr wissen? Tja also, das sind Kinder, die in ihrem Bettchen liegen und darauf warten, dass Mama, Papa, Oma oder Opa noch eine Geschichte vorlesen. Eine Gute-Nacht-Geschichte.
Es sind aber auch die Kinder von dem Mann im Mond. Den kennt ihr doch. Schaut mal dem Mond in sein großes, rundes Gesicht, dann könnt ihr ihn sehen. Seine Kinder habt ihr deshalb noch nicht gesehen, weil sie so klein sind. Natürlich nicht zu klein zum Spielen, und wie sie spielen. Die liebe lange Nacht, wenn auf der Erde alle Kinder träumen, ist da oben richtig was los. Ihr müsst wissen, Mondkinder schlafen tagsüber wenn die Erdenkinder im Kindergarten oder in der Schule sind. Nein, nein, ihr müsst nicht denken, dass die es gut haben, so ist es nun ganz und gar nicht. Stellt Euch nur mal vor, wenn ihr der Mama eine Juniortüte von Mc. Donalds abgeschwatzt habt und anschließend noch bei "Toys are us" rumstöbert, müssen die Mondkinder schlafen. Auch nicht so toll. Außerdem gibt es auf dem Mond keine Fritten, keine Cola, kein Kino und was das Schlimmste ist, kein Handy. Aber Mondstaub gibt's.. Mondstaub ist das Lieblingsspielzeug aller Mondkinder, mit Mondstaub kann man nämlich zaubern. Wünsche herbeizaubern. Man braucht nur eine Handvoll Staub in die Höhe werfen, sich was wünschen und schon geht der Wunsch in Erfüllung. Toll was? So kam es schon mal vor, dass sich eines der Mondkinder den Tag herbeiwünschte. Und das mitten in der Nacht, jedoch in der Erdennacht. Da jeder Wunsch erfüllt wird und sei er noch so außergewöhnlich oder außerirdisch, geschah etwas sehr merkwürdiges. Auf der Erde wurde es taghell, während sich der Mond verdunkelte. Klitzi, das jüngste Kind des Mondmannes war eigentlich noch viel zu klein zum Wünschen, aber es wollte schließlich genauso gut sein wie die Großen. Na, ihr könnt euch sicher vorstellen was es für Schelte gab, als es so mir nichts dir nichts dunkel wurde und das mitten am Mond- Tag. Ausgerechnet in dem Moment als der MJndmann gerade damit beginnen wollte, seine Arbeit in einem Mondkrater aufzunehmen wurde es stockduster. Auch auf der Erde herrschte helle Aufregung. Alle Kinder wurden geradezu aus ihren Träumen gerissen. Kein Wunder, wer kann schon bei Sonnenschein schlafen?
Klitzi konnte es kaum fassen, was sein Wunsch angerichtet hatte. Auf der Erde war es hell und auf seinem Heimatplanet dunkel. Was die Kinder jetzt da unten wohl denken, wollte Klitzi wissen. Erneut warf das kleine Mondkind eine Handvoll Mondstaub hoch und wünschte sich ein Handy herbei. So geschah es . Klitzi hielt ein klitzekleines Handy mit dem Firmennamen "Aikon" in der Hand. Ein echt wundersames Handy, von dem die Erdenkinder nur träumen können. Und stellt euch vor, eine Telefonnummer wurde gleich mitgeliefert. Klitzi zitterte vor Aufregung, dass es ihm kaum möglich war die winzigen Tasten zu bedienen. Aber dann, endlich. Es meldete sich Tini, ein echtes Erdenkind. Mit zittriger Stimme stellte sich Klitzi als Mondkind vor. Tini glaubte natürlich weder an den Mann im Mond, noch an Mondkinder und erst recht nicht an Marsbewohner. Oder vielleicht doch? Also, so viel wie ich weiß, sind Tini und Klitzi echte Freunde geworden. Von wem ich das weiß? Von Tinis Papa, er hat mir die Handyrechnung gezeigt. So wie die aussieht, besteht kein Zweifel, dass Tini einen Freund im Mond hat.
Hildegard Grygierek
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