„Kaufregung“ bei Karstadt

Hiermit möchte ich all die Damen ansprechen, denen es vielleicht auch schon mal so ergangen ist wie meiner besten Freundin, Nachbarin, Bekannten, Schwester, Mama und natürlich mir.

Meinen Kaufrausch noch so einigermaßen unter Kontrolle haltend, wollte ich den Einkaufsbummel bei Karstadt ausklingen lassen, genauer gesagt in der Abteilung „Damen-Unterwäsche“. Von den herrlichen Spitzendessous wie magisch angezogen, zögerte ich nicht lange mit etlichen Teilen in eine dieser topmodischen Umkleidekabinen zu verschwinden.
Umsatzfördernd sind diese Kabinen garantiert nicht, was sich später noch herausstellen sollte.

Also, fast entblättert stand ich nun da, wobei mir der verhasste Allround-Spiegel einen ziemlichen Pickel auf meinen nicht mehr so schlanken Rücken präsentierte. Außerdem genierte sich dieses geschliffene Ungeheuer nicht, über Problemzonen an den Oberschenkeln aufzuklären. Nicht dass ich mich etwa angesprochen fühlte, denn von kaum sichtbarer Orangenhaut, die sich nur durch eine gelegentliche Delle auszeichnet, wollte ich mir eigentlich die Einkaufsstimmung nicht verderben lassen. Irritiert von der Respektlosigkeit dieser Spiegelwand, versuchte ich mir einen Traum von BH anziehen, was allerdings durch die Zartheit des Verschlusses nicht so ganz problemlos vonstatten ging. Eine zeitlang nestelte ich an den winzigen Häkchen, bis ich endlich dieses Wonder an mir bestaunen konnte.

Ohne großartige Verrenkungen anstellen zu müssen, offenbarte mir der unvorteilhafteste Spiegel, dem ich mich je gestellt habe, eine Rückenansicht zum Schluchzen. Nicht nur die Seitenbänder des Büstenhalters vergruben sich in meinem Umfang, was sich bei mir zu Hause niemals so speckig wiederspiegeln würde, auch die Körbchen konnten und wollten nicht mithalten. Von der Qualität der Wäsche und Kabinenausstattung zutiefst enttäuscht, kam ein Anprobieren der anderen Dessous natürlich nicht mehr in Frage.

Nur gut, dass es da noch die Versandhäuser gibt.....