Früher, als es noch das Nordbad gab … was hatten wir doch Spaß im Schwimmbad. Erst als Kinder, dann als Jugendliche und später dann mit den eigenen Kindern.
Ich erinnere mich noch genau an das kleine Pipibecken im Freibad, welches zur Sicherheit weit genug entfernt vom großen Schwimmbecken lag. Ein ansehnlicher Findling zierte die Mitte des Kinderbeckens, so dass die kleinen und auch größeren Kinder drauf herumklettern konnten – und kleckern.
Nicht selten schmückten Kinder-Köttelchen den Stein oder schwammen fröhlich auf der Wasseroberfläche herum. Nun ja, nicht immer bekamen die Kinderchen oder Babys eine Pampers um.
Das Hallenbad war bei Kindern und Erwachsenen gleichermaßen beliebt. Zu jeder Jahreszeit geöffnet, ludt die Volks-Badeanstalt zum Schwimmen und zum Austoben ein und auch Schulschwimmen musste sein. Wo hätten wir auch sonst schwimmen lernen sollen? Im Schwimmer-Bereich natürlich, das Nichtschwimmer-Becken wurde nur für Wasserspiele und zum Üben genutzt und nicht verschmutzt.
An einer Stange, am Ende mit einer Öse oder Schlaufe versehen, musste jeder Schwimm-Schüler im Becken für Schwimmer schwimmen lernen. Den Arm durch die harte Metall-Schlaufe gesteckt, zog der Lehrer vom oberen Beckenrand den Schüler am Rand des Schwimmbeckens enlang. Auf diese Weise lernte ich schwimmen.
Meine Schwester auch. Immer, wirklich immer einen Zug voraus, schwamm sie nicht nur mit mir gerne um die Wette. Mit Vorliebe tauchte sie unter, den Jungs vor der „Nase“ davon … die natürlich ihre Chance bekamen, sie zu ereilen. Logisch, dass sie wollten bei ihr verweilen, in Anbetracht ihrer hübschen Figur, die sie mit einem, für damalige Begriffe sehr knappen Bikini hervorhob.
Akzente, was auch immer man darunter verstehen mag, setzte man in Schwimmbädern nicht. Die Badeanstalten waren schlicht, die Umkleidekabinen zweckdienlich. Zu welchem Zwecke die Löcher, besonders in den Außen-Kabinen im Freibad dienten, wollten wir Mädels gar nicht erst wissen. Mit Klopapier-Rollen die Durchbrüche zugestopft, versuchten wir den neugierigen Blicken der Jungen zu entgehen.
Hildegard Grygierek
